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Whisky des Monats – The Ardmore Legacy

Wenn so langsam die ersten wärmenden Sonnenstrahlen in der Nase kitzeln und ein paar zarte Triebe sich nach oben recken, dann ist der Frühling nicht mehr weit. In den Gärten und Vorgärten beginnt wieder ein reges Treiben, auf den Straßen sind mehr Menschen zu sehen. Und auch in unseren Trinkgewohnheiten ändert sich etwas. Whisky-Liebhaber beginnen damit, die dicken Sherry-Bomben mit viel Zimt und weihnachtlichen Gewürzen nach hinten zu räumen und suchen nun wieder nach etwas leichteren Whiskys, die sich in den Tiefen des Barfachs verstecken. Denn Frühling bedeutet Leichtigkeit und Frische. Aber es ist noch März, und so ganz hat sich der Winter noch nicht verabschiedet. Auch im Gaumen kann man diesen Schritt zwischen Winter und Frühling, dieses Gefühl zwischen leichter Frische und wärmendem Feuer erleben – mit unserem Whisky des Monats. Wir stellen vor: den Ardmore Legacy.

Unser Whisky des Monats März 2021: The Ardmore Legacy
Unser Whisky des Monats März 2021: The Ardmore Legacy

Die Brennerei Ardmore in den schottischen Highlands

Im Jahr 1898 war es, als Adam Teacher die Brennerei Ardmore am Rande von Kennethmont gründete. Inmitten des Grenzgebietes zwischen den Eastern Highlands und der Speyside in Aberdeenshire begann er, einen Whisky zu brennen, der viele Jahre lang dem bekannten Blend Teachers Highland Cream Blended Scotch sein vorzügliches Aroma spendierte, und auch heute noch spendiert. Ab den 1970er Jahren durfte dann auch der sanfte Ballantines vom Ardmore-Malt profitieren.

Originalabfüllungen des Single Malts aus dem Hügelland an der Westküste Schottlands gab es viele Jahre lang nicht. Das hat sich glücklicherweise geändert, denn der Single Malt aus der modernen Destillerie im alten Gewand ist ein hervorragender Tropfen. Weicher Torf aus dem Nordosten und klares Wasser aus 14 Quellen aus den Knockando Hills lassen einen Whisky entstehen, der den Genießern viel zu lange nur als rare unabhängige Abfüllungen dargeboten wurden. Mittlerweile gibt es einige Abfüllungen der Brennerei wie den Ardmore Port Wood Finish, den Ardmore Triple Wood, den Ardmore Tradition Peated Whisky und eben den Ardmore Legacy.

Wie schmeckt der Ardmore Legacy?

Der Ardmore Legacy trägt keine Altersangabe, sondern trägt das Erbe der Brennerei im Namen. Mancher sagt, dass wäre etwas Schlechtes, aber allein die Altersangabe sagt nicht alles über die Qualität eines Whiskys aus. Der Ardmore Legacy ist so ein Whisky, der Skeptiker der Whiskys ohne Altersangabe (NAS-Whisky) durchaus von sich überzeugen kann. Er wurde in Deutschland erstmalig im Jahr 2014 vorgestellt und ersetzt den bis dahin erhältlichen Ardmore Traditional Cask. Er reift in kleinen Fässern und ist eine Vermählung eines getorften und eines nicht-getorften Whiskys aus der Brennerei. Daher fasziniert er in Mund und Nase auch mit seinem wunderbaren Spiel aus leichtem Torf und angenehmer Honigsüße – ein Highland-Whisky, dem man die Nähe zur Speyside aber durchaus anmerkt. Aber kosten wir Ardmore Legacy doch einfach einmal!

The Ardmore Legacy - Farbe und Schlierenbildung.
The Ardmore Legacy – Farbe und Schlierenbildung.

– Auge –

Im Auge präsentiert sich der Ardmore Legacy in einem schönen satten Goldton. Ob er diesen allein durch die riefen in den kleinen Holzfässern, den Quartercasks, bekommt, oder mit Farbstoff nachgeholfen wurde, verrät die Brennerei nicht. Aber das ist auch nebensächlich. Auch, wenn das Auge mittrinkt, kommt es am Ende doch auf den Geschmack an.

– Nase –

Beim Nosing zeigt sich der Ardmore Legacy nicht geizig mit seinen Aromen, In die Nase steigen zunächst Torf, Pfeffer und Zitrone. Nach der deutlichen Schärfe dringen auch süßliche Aromen hervor. Vanille, Karamell und Honig machen sich breit. Doch das war noch nicht alles. Es kommen Gewürze wie Ingwer und Zimt in die Nase, die den Kenner schon erahnen lassen, dass dieser Whisky eine Menge zu bieten hat.

– Gaumen –

Am Gaumen zeigt der Ardmore Legacy dann seinen ganzen Charakter. Zunächst trocken mit deutlichem Rauch, aber auf eine sehr angenehme Art und Weise schwingen auch schon Holznoten bei der ersten Berührung auf der Zunge mit. Danach kommt ein Frische von Zitrusfrüchten, gepaart mit eine wenig grünem Apfel. Auch die Schärfe des Pfeffers und leichte mineralische Noten machen sich bemerkbar. Dann aber kommt die Süße zum Tragen. Vanille, Karamell, Honig und Toffee machen auf sich aufmerksam. Zusammen mit Gewürznoten von Zimt und Ingwer, der wieder eine kleine Schärfe hineinbringt, überwiegen legen sie sich über den männlichen Torfrauch, der dezent in den Hintergrund tritt. Kraftvoll, cremig und seidig ist der Ardmore Legacy ein echter Gaumenschmeichler.

– Abgang –

Der Abgang ist nicht besonders lang oder gewaltig. Kurz bleibt der Ardmore auf der Zunge, aber intensiv. Scharf und süß, ein ganz klein wenig trocken mit Holz sagt er Goodbye und macht sogleich dem nächsten Schluck Platz. Ein wenig länger bleiben Heidekraut und Zimt in Erinnerung, ehe auch sie sich verabschieden.

Für wen ist der Ardmore Legacy zu empfehlen?

Ein Dram des Ardmore Legacy im klassischen Glencairn Glass.
Ein Dram des Ardmore Legacy im klassischen Glencairn Glass.

Der Ardmore Legacy ist ein absoluter Geheimtipp. Für einen sehr moderaten Preis bekommen hier Einsteiger wie Whisky-Kenner einen wirklich gelungen Tropfen ins Glas, Freunde des starken Rauchgeschmacks werden vielleicht etwas über den lauten Anlauf des Torfs und den schnellen Gang in den Hintergrund etwas lächeln, aber Einsteiger in die Welt der torfigen Whiskys werden den Ardmore Legacy gut in Erinnerung behalten. Sanft und doch kraftvoll ist er ein Single Malt, der sowohl ausgesprochenen Kennern der Whiskywelt als auch Neulingen munden wird. Wer Whisky ein wenig komplex, etwas sanfter und leichter, schmeichelnd mit Honig und Karamell liebt, wird sicher nicht nur ein Glas dieses ausgezeichneten Highland-Whiskys trinken.

Wie genießt man den Ardmore Legacy am besten?

Der Ardmore Legacy ist kein Whisky für die dicke Zigarre, aber auch keiner, der so einfach nebenbei getrunken sein will. Man sollte sich Zeit nehmen, um all seine Facetten zu entdecken. Das beginnt beim Riechen, denn schon hier braucht er etwas Zeit, damit sich die ersten stark rauchigen und scharfen Aromen von Pfeffer und Alkohol verflüchtigen. Nach einigen Sekunden im Glas wird er weicher, das gilt auch für den Geschmack. Ein Whisky, der wunderbar zu einem gemütlichen Abend in kleiner Runde passt oder einen Tag mit wärmenden und gleichzeitig frischen Noten ausklingen lässt.

Auch, wenn der Ardmore Legacy nur mit 40 Volumenprozent daherkommt, empfehlen wir, ihn mit einigen wenigen Tropfen Wasser zu verdünnen. Er wird milder und die Vanillenote kommt deutlicher zum Tragen. Gleichzeitig werden die Rauchnoten intensiver und die Harmonie dieses außerordentlichen Whiskys zum kleinen Preis noch etwas runder.

Da bleibt uns nur noch zu sagen: Probieren Sie Ardmore Legacy und seine Geschwister unbedingt einmal aus. Sie werden überrascht sein, welch guter Tropfen sich in dieser Flasche befindet. Slàinte Mhath! (So sagt man Prost auf Schottisch)

The Ardmore Legacy

23,45 € 24,99 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.
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