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Whisky des Monats – der Kilbeggan Traditional Irish Whiskey

In unserer Reihe „Whisky des Monats“ soll heute ein einfacher, aber durchaus gefälliger Whiskey aus Irland zum Zuge kommen. Das liegt vor allem an den Temperaturen, mit denen uns der Sommer gerade verwöhnt, die nach einem leichten und nicht zu komplexen Whisky rufen. Besonders intensive und vielfältig in den Aromen daherkommende, anspruchsvolle Whiskys heben wir uns für die kälteren Tage auf. Es soll also ein Whisky sein, der Einsteigern und Whisky-Liebhabern gleichermaßen einen lauen Sommerabend versüßen kann. Wir stellen vor: den Kilbeggan Traditional Irish Whiskey.

Ein Kilbeggan Traditional aus unserer Verkostung (Foto: Whiskywelt.net)

Kilbeggan – Eine Geschichte mit einigen Hochs und Tiefs

Irland ist das Geburtsland des Whiskys – auch wenn die Schotten das natürlich ganz anders sehen. Daher führt uns unsere Reise durch die Aromenwelt der unzähligen Whisky-Destillerien zu einem Irish Whiskey. Und nicht nur zu irgendeinem, sondern einem Whiskey aus der ersten legalen Brennerei der wunderschönen grünen Insel. Ein Kilbeggan soll es also sein. Die traditionsreiche Destillerie öffnete ihre Pforten schon im Jahr 1757. Damals hieß sie noch Brusna Distillery. Ihre erste große Blütezeit erlebte die Brennerei nach der Übernahme durch John Locke im Jahr 1843. Der Kilbeggan, wie er nun genannt wurde, mauserte sich zu einem der meist getrunkenen Whiskey der Welt.

Doch die Beliebtheit brachte auch jede Menge Fälschungen mit sich. Vor allem in Zeiten der amerikanischen Prohibition und der großen Depression der 1920er – und 1930er Jahre brachten diese das Wasser des Lebens aus Irland in einen schlechten Ruf. Die Whiskeylandschaft in Irland brach in dieser Zeit fast vollständig zusammen. Es sollten viele Jahre ins Land gehen, bis irischer Whiskey wieder den Weg in die Glencairns und Tumbler der Whiskey-Liebhaber fand. Dabei hat es der irische Whiskey bis heute noch schwer, denn der Scotch hatte in der Zeit der großen Whiskey-Flaute Irlands die Herzen und Gaumen der Genießer begeistert und gefangengenommen.

Statement ohne Altersangabe – der Kilbeggan Traditional

Der Name Kilbeggan hat Tradition und auch die Gebäude der alten Destille stehen noch. Jedoch wird hier nur noch ein geringer Anteil produziert. Der größte Teil der Destillate mit dem Namen Kilbeggan wird in der Cooley Destille gebrannt. Nachdem die Brennerei 1953 geschlossen wurde, gingen rund 50 Jahre ins Land, ehe hier wieder das Wasser des Lebens durch die Stills lief. Zum 250-jährigen Jubiläum im Jahr 2007 wurde die Produktion wieder aufgenommen. Kilbeggan kommt also erst seit einigen Jahren wieder in die Flaschen. Der Kilbeggan Traditional Irish Whiskey trägt keine Altersangabe. Wie alt die Abfüllungen wirklich sind, mal abgesehen von den obligatorischen drei Jahre in Eichenfässern, bleibt ein Geheimnis. Ein weiteres Geheimnis sind die genauen Malts und Grain-Whiskeys, die im Kilbeggan Traditional enthalten sind. Es handelt sich nämlich um einen Blended Whiskey, bei dem mehrere Sorten Whiskey miteinander verheiratet werden.

Wie schmeckt der Kilbeggan Traditional Irish Whiskey?

Hat man einen Kilbeggan Traditonal Irish Whiskey im Glas, darf man auch traditionellen irischen Whiskey erwarten. Das heißt, man kann annehmen, dass die Malt-Whiskeys und die Grains in diesem Blend eher jung sind und nicht schon viele Jahre auf dem Buckel haben. Doch lassen wir ihn uns einfach einmal schmecken.

Eine Handbreit Kilbeggan in einem Lytton Mountain Whiskyglas (Foto: Whiskywelt.net)

– Auge –

Der Kilbeggan präsentiert sich für einen wahrscheinlich sehr jungen Whiskey doch recht dunkel und satt-golden im Glas. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen, denn es ist nicht verboten, bei der Farbe etwas mit Zuckercouleur nachzuhelfen.

– Nase –

Der Kilbeggan steigt etwas sprittig in die Nase, was wohl an seinem recht jungen Alter liegt. Riecht man mit einem gewissen Abstand an dem irischen Whiskey, so erreichen leichte Vanille, etwas Malz und Honig sowie Toffee die Geruchsknospen. Daneben sind fruchtige Aromen von Äpfel und Birnen wahrnehmbar, aber nicht deutlich ausgeprägt. Insgesamt präsentiert sich der Kilbeggan recht flach und unspektakulär in der Nase.

– Gaumen –

Gut, wir haben am Kilbeggan gerochen. Etwas, was ein echter Ire wohl im Alltag so einfach nicht machen würde. Also gehen wir dazu über, was man mit dem Traditionsgetränk der Grünen Insel macht – wir trinken ihn. Auch beim ersten Kontakt mit der Zunge und dem Gaumen merken wir den alkoholischen Geschmack des Kilbeggan sehr deutlich. Was uns unsere Nase schon gesagt hat, kommt auf der Zunge wieder. Äpfel, Birnen Vanillenoten und ein wenig Zitronenschalen wecken den Gaumen auf und bereiten ihn auf mehr vor. Dann kommen auch das süße Malz, der Honig und der Toffee an.Jetzt kommen auch Erinnerungen an so manche Speyside-Whiskys, die mal in unserem Glas waren, hoch. Etwas später tritt das Eichenholz in Erscheinung und paart sich mit etwas pfeffriger Schärfe.

– Abgang –

Leicht und nicht besonders tiefgehend verlässt uns der Kilbeggan dann auch schon wieder. Der Abgang ist mittellang, mit einer Tendenz ins Bittere. Die Eiche wird sehr dominant und nur wenige Gewürze klingen nach, vielleicht etwas Muskat. Die Vanille bleibt uns aber von der Nase bis zum Abgang durchgängig erhalten, auch die leichte Süße ist beständig.

Für wen ist der Kilbeggan Traditional besonders zu empfehlen?

Der Kilbeggan ist optimal für Einsteiger und in geselligen Runden. (Foto: Whiskywelt.net)

Der Kilbeggan Traditional Irish Whiskey ist ein Blend, der vor allem für Einsteiger in die Welt des Whiskeys sehr zu empfehlen ist. Er ist leicht und gefällig, fällt nicht durch ein besonders komplexes Bouquet und Aromentiefe auf. Man bemerkt den anscheinend relativ hohen Anteil an Grain Whiskey beziehungsweise das zarte Alter der verheirateten Whiskey-Sorten in diesem Blend. Wer seine Nase ganz nah übers Glas halten und mit der Zunge und dem Gaumen lange komplexe Aromen entdecken will, sollte die Finger vom frischen leichten Irish Whiskey lassen. Für die hohe Kunst des Tastings oder des gehobenen Genusses ist der Kilbeggan Traditional Irish Whiskey, wie übrigens viele andere irische Whiskeys auch, eben einfach nicht gemacht.

So genießen Sie den Kilbeggan Traditonal Irish Whiskey am besten

Wir lieben es, den Kilbeggan in einer entspannten Atmosphäre gemeinsam mit Freunden und Familie zu genießen. Er ist süffig, trinkt sich leicht weg und trägt zu einer munteren Unterhaltung bei. An lauen Sommerabenden, nach dem Grillen trinkt er sich gleich doppelt so gut. Der Kilbeggan ist ein typischer Ire, und darauf muss man sich einlassen. Doch wir haben auch einen eingefleischten Schottland-Liebhaber dazu bewegen können, vom Kilbeggan mehr als nur ein Gläschen zu trinken. Doch bitte kühlen Sie den Kilbeggan nicht, dann verliert der sowieso schon sehr leichte Whiskey zuviel seines Geschmacks. Dieser Whiskey ist ein Brand „for all day drinking“ wie das Statement von Kenner Michael Jackson, nicht zu verwechseln mit dem King of Pop, zutreffenderweise zu diesem Iren einmal war. Trinken Sie diesen Whiskey wie die Iren, aus einem einfachen Tumbler oder einem Tumbler mit zulaufendem Rand. Ein Nosing-Glas ist viel zu elegant für den urigen Kilbeggan.

Ein kleiner Tipp noch von uns: Mit ein paar Tropfen Wasser wird der Kilbeggan Traditional Irish Whiskey etwas cremiger. Die schönen Gewürznoten, die sonst nur leicht durchschimmern, werden intensiver. Doch darf es nicht zu viel Wasser sein, dann verliert der Kilbeggan wieder. Testen Sie es einfach einmal. Wir sind dann doch beim puren Genuss ohne Wasser geblieben. Wer will, kann diesen wirklich im Preis unschlagbar günstigen Whiskey auch perfekt zum Mixen von Longdrinks und Cocktails verwenden. Der milde Blend tut den Mixgetränken auf jeden Fall mehr Gutes als ein scharfer amerikanischer Bourbon.

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Genuss des ersten echten Iren und immer eine Handbreit Whiskey im Glas!

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